Mittwoch, März 17th, 2010 at
9:19 am
Ich habe mich Anfangs schwer getan und war mir nicht sicher ob ich in der Öffentlichkeit meinen Diabetes verbergen sollte oder nicht.
In der eigenen Verwandschaft, ist es sowieso schnell im Gespräch und bringt gar nichts dies zu verheimlichen. Im Gegenteil. Je früher man mit Freunden oder gute Bekannten offen über die Krankheit spricht, desto selbstverständlicher wird sie. Die Vorteile: Niemand wird Betroffenen das Leben schwer machen und etwa bei Einladungen auffordern kräftig bei Torte und Kuchen zuzugreifen. Es ist eher anderst herum man muß schon öfters einmal sagen ja ich hätte grn ein schönes Stück Sahnetorte, es ist ja schliesslich Geburtstag, da es sonst sein kann das der Gastgeber sehr konsequent mir gar nichts anbietet um nichts falsch zu machen. Ich nutze dann die gute Gelegenheit und erkläre das wir als Diabetiker sozusagen auch das süsse Leben, bei solchen Gelegenheiten, auskosten können. Wir müssen uns nur mit der Insulinspritzung danach richten. Auch wenn einige, gerade die älteren ungläubig schauen, ich erkläre es Ihnen auch nochmal in Ruhe.
In diesem Moment haben wir, die Insulin spritzen natürlich einen großen Vorteil gegenüber Dehnen die z.b. auf Tabletten eingestellt sind. Sie können den Zucker natürlich nicht so einfach ausgleichen und sollten sich dem entsprechend leider zurückhalten. Ich habe es mir auch abgewöhnt, vor dem essen in der Öffentlichkeit, ein sozusagen stilles Örtchen aufzusuchen um mich zu testen und dann zu spritzen. Warum auch ?
Die Pens von Heute sehen einem Federhalter sehr ähnlich und auch das Testen ist ja kein Akt an dem man moralisch Anstoß nehmen könnte. Ich muß zwar zugeben wir Männer haben es meistens leichter den Bauch einmal dezent zu entplösen als die Damen. Aber welche es betrifft kann sich ja Kleidungsmäßig auch entsprechend vorbereitet zu einer Feier gehen.
Steht einfach zu Eurer Krankheit und je unkomplizierter man damit auch in der Öffentlichkeit umgeht so normaler wird der Umgang damit.
Mittwoch, Dezember 23rd, 2009 at
10:42 am
Im Wissen, dass der Blutzuckerwert die wichtigste Entscheidung für mein Gesundheit bedeutet, ist es eines meiner Lebensinhalte geworden diesen möglichst über die gesamte Zeit in einem Rahmen zu halten der eine Verschlechterung meiner Gesundheit verhindert.
Die Eigenmessung mache ich daher nicht nur wie angeraten vor jedem Essen, sondern zusätzlich auch zb. sofort nach dem morgendlichen Erwachen und zwischendurch, also ca. 2,5 bis 3 Stunden nach dem Essen. Damit habe ich immer einen genauen Stand wie hoch mein Blutzuckerwert ist und ganz wichtig ich reagiere sofort sollte der Wert über 7,0 sein und das unabhängig ob ich danach etwas essen oder nicht.
Mittlerweile kann ich sehr gut einschätzen wieviel Einheiten ich bei 7, 7,5, 8 oder sogar mal mehr nachspritzen muß. Dies ist bei jedem Diabetiker anderst so dass es dazu keine feste Regel gibt. Daher ist es sehr wichtig, dass man bereits zu Beginn der Insulinpflicht seine Körperreaktion teste und damit sich leicht errechnen kann wie hoch die Dosis einer Nach- oder Ausgleichsspritzung sein muß um einen Wert zwischen 5 und max. 7 zu erreichen.
Mittwoch, Dezember 16th, 2009 at
2:40 pm
Ein süsses Leben kann sehr zweischneidig sein. Mein heutiges Wissen über Diabetes kann mein Leben zwar gesundheitlich kaum wieder verbessern, aber ich weiss was eine weitere Verschlechterung verhindern kann.
Ich möchte mit meinen ganz persönlichen Erfahrungen denen helfen, die die Gefahren für Ihr eigenes Leben einfach ignorieren.
Aus heutiger Sicht bin ich doch sehr enttäuscht, was noch 1997 der Wissensstand der Ärzte dazu war und leider weiss ich auch das viele Ärzte heute noch Ihre Patienten nicht konsequent beraten (ob aus mangelhaftem Wissensstand oder aus Kostengründen). Aber ich möchte nichts vorausnehmen und mein süsses Leben vom Zeitpunkt meines bewußten Wissens schildern. 1995 begannen langsam aber stetig wachsend meine Schmerzen in beiden Füßen. Gewohnt nicht gleich alles auf die Waagschale zu legen, habe ich erst einmal das ganze auf außergewöhnliche Belastungen durch mein Gewicht und die täglichen Bewegungen geschoben. Daher machte ich wann immer es beruflich möglich war meine Arbeit im Sitzen, oder anderst herum, ich schrenkte meinen beruflichen Außendienst immer mehr ein und versuchte vieles per Telefon zu organisieren. Der Erfolg meiner Schmerztherapie war aber nur unmerklich. Nach einigen Hausarztgesprächen und der Erkenntnis, meines Blutzuckerwertes, bei der Routineuntersuchung lag bei 12,4, vorher bei halbjährlichem Chek immer über 10 (seid 1991 mit Tabletten unterstützt), bekam ich eine Überweisung zum Diabetologen. Er veranlasste nach 2 Jahren Schmerzen das nach meiner heutigen Sicht einzig Richtige, die Röntgenuntersuchung beider Füsse und siehe da, bei den beiden kleinen Zehen waren im Mittelfußbereich die Knochen gebrochen und Knochensplitter zu sehen. In 1997 wurden mir diese beiden Zehen abgenommen und die Knochensplitter entfernt. Dies war zu diesem Zeitpunkt sicher chirurgisch die richtige Entscheidung. Allerdings trotz meiner Werte auch im Krankenhaus von um die 10 trotz strengem Krankenhaus-Diätessen und Tabletten. War die Aussage des damaligen Chefchirurgen „halten Sie Ihre Werte bei um die 10 dann ist das ganz ok“ ist aus meiner heutigen Sicht eine eklatante Fehleinschätzung gewesen. Denn Heute weiss man das 10 bei vielen Menschen ein Durchschnittswert ist der schon sehr viel Schaden verursachen kann und das Tabletten nur minimalen Erfolg bringen. Damit bleibt nur noch die Möglichkeit der Insulinspritzung, zugegeben es kostet etwas Überwindung, aber man gewöhnt sich schneller daran wenn man sich die Folgen des nicht Spritzens bewußt ist. Übrigens die kleinen Zehen waren weg aber der Schmerzen nur geringfügig weniger und bis Heute vorhanden, mit dem Unterschied das ich heute für 0 Zehn, 3 Zehn Werbung machen könnte. Wen es interessiert hier findet man Chronik meines süssen Lebens oder besser die Konsequenzen.
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